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Ausfälle und Verspätungen: Streiks bei der Lufthansa für Donnerstag angekündigt

Wer am Donnerstag von Deutschland aus mit der Lufthansa fliegt, muss sich auf Ausfälle einstellen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und die Kabinengewerkschaft UFO haben zu einem ganztägigen Streik aufgerufen.
Lufthansa-Kunden müssen sich am Donnerstag auf Flugausfälle und Verspätungen einstellen. Grund sind gleichzeitige Arbeitskampfmaßnahmen der Piloten und Flugbegleiter über den ganzen Tag. Bestreikt werden sollen sämtliche Starts ab Deutschland.
Das genaue Ausmaß der Ausfälle war zunächst unbekannt. Man warte auf genauere Informationen von Seiten der Gewerkschaft, erklärte ein Lufthansa-Sprecher.
Der Streik soll am Donnerstag um 00.01 Uhr beginnen und bis 23:59 Uhr dauern. Betroffen ist neben der Kernmarke Lufthansa auch die Frachtairline Lufthansa Cargo.
Bessere Rentenbedingungen und Tarifverträge gefordert
Der Präsident der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Andreas Pinheiro, wies der Lufthansa die Verantwortung für den Streik zu: "Wir hätten eine Eskalation sehr gerne vermieden." Die Gewerkschaft sei "jederzeit gesprächsbereit" gewesen und habe "mehrfach versucht, Bewegung in die Verhandlungen zu bringen".
Die VC fordert für die rund 4.800 Beschäftigten höhere Beiträge zur Betriebsrente. Hierzu liegt schon seit dem Herbst eine Urabstimmung der Mitglieder vor, die mit Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt haben. Das Lufthansa-Management lehnt das wegen hoher Kosten und geringer Profitabilität der Premium-Fluglinie ab.
Die Passagiere bat die Gewerkschaft um Verständnis: "Nach der Urabstimmung Ende September haben wir der Lufthansa bewusst mehrere Monate Zeit eingeräumt, um doch noch zu einer verhandlungsfähigen Lösung zu kommen", sagte Pinheiro. "Dieses Zeitfenster wurde erneut von dem Arbeitgeber nicht genutzt."
UFO kritisiert Strategie der Lufthansa
Die Kabinengewerkschaft UFO will ohne Urabstimmung mit einem Warnstreik Verhandlungen zu Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline erzwingen. Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht. UFO will hier einen tariflichen Sozialplan. Laut einem Mitgliederrundschreiben würden Verhandlungen vom Management verweigert. Bei der Kerngesellschaft warte man bislang vergeblich auf Verhandlungen zum Manteltarifvertrag.
Unter den Schlagworten "Produktivität" und "Flexibilität" verlange Lufthansa weiter tarifliche Verschlechterungen, die sich unmittelbar auf die Arbeitsbelastung und die ohnehin stark eingeschränkte Planbarkeit des Privatlebens auswirken würden, kritisiert UFO-Tarifexperte Harry Jaeger.
Gleichzeitig verweigere der Arbeitgeber jede ernsthafte Diskussion über Schutzmechanismen, mit denen die Kabinenbeschäftigten vor den Folgen des vom Konzern eingeschlagenen Kurses abgesichert werden könnten.
Gemeint ist hier die Konzernstrategie, mit neuen Flugbetrieben die etablierten Betriebsteile unter Druck zu setzen. Der Vorstand hat vor wenigen Jahren die Flugbetriebe Lufthansa City Airlines und Discover mit dem erklärten Ziel gegründet, dort zu kostengünstigeren Tarifbedingungen zu fliegen. Dies gelingt vor allem, weil dort die Crews weniger verdienen.
Tarifstreit im öffentlichen Dienst: Warnstreiks und erste Kompromisssignale

Im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder suchen Gewerkschaften und Arbeitgeber am Mittwoch erneut nach einem Kompromiss. Dabei gibt es erste Signale. In zahlreichen Städten gab es im Vorfeld erneut großflächige Warnstreiks.
Vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder haben sich Tarifbeschäftige in zahlreichen Städten an Warnstreiks beteiligt. In Düsseldorf versammelten sich etwa 16.000 Menschen vor dem Landtag. Beschäftigte an Schulen, Unikliniken, bei der Polizei, Behörden, Justiz und aus der Landesverwaltung in Düsseldorf nahmen an der landesweiten Großdemonstration teil. Zum Warnstreik aufgerufen hatten mehrere Gewerkschaften.
In Hamburg demonstrierten etwa 4.500 Landesbeschäftigte für höhere Entgelte. Auf die Straße gingen Mitarbeiter bei Behörden wie Meldeämtern. Auch die Angestellten und Arbeiter an Schulen, Hochschulen und Feuerwehrwachen wurden aufgefordert, die Arbeit zeitweise niederzulegen.
In Hannover nahmen nach Angaben der Polizei am Vormittag etwa 1.700 Menschen an der zentralen Streikkundgebung teil. Ebenso gingen Landesbeschäftigte auch in Bremen, Kiel, Leipzig, Jena, Magdeburg, München, Erlangen, Karlsruhe, Heidelberg oder Saarbrücken auf die Straßen. Von Warnstreiks betroffen waren unter anderem Unikliniken, Universitäten, Landesämter und Kitas.
Weil auch Mitarbeiter von Landesstraßenbauverwaltungen zum Streik aufgerufen waren, waren etwa in Nordrhein-Westfalen und Niedersachen zeitweise Tunnel und Brücken gesperrt.
Sieben Prozent mehr Geld gefordert
Am Mittwoch sollen die Verhandlungen in der dritten Runde in Potsdam fortgesetzt werden. Sie betreffen alle Bundesländer außer Hessen, das der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) seit 2004 nicht mehr angehört. Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Geld im Monat, mindestens aber 300 Euro mehr.
Auszubildende, Studenten und Praktikanten sollen monatlich 200 Euro mehr erhalten. Auch wollen die Gewerkschaften, dass ihre Mitglieder über einen zusätzlichen freien Tag verfügen können. Die Laufzeit des Vertrags soll zwölf Monate betragen.
Die Arbeitgeber streben hingegen nach ihren ersten Eckpunkten eine Erhöhung der Entgelte leicht über der Inflationserwartung in drei Schritten in den Haushaltsjahren 2026, 2027 und 2028 mit einer Laufzeit von 29 Monaten an.
Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), verwies in einer Stellungnahme auf vorgelegte weitreichende Eckpunkte, die im Saldo über fünf Prozent Steigerung enthielten. "Das können und werden wir weiter konkretisieren." Man setze auf konstruktive Gespräche mit den Gewerkschaften. Es gelte dabei, die finanziellen Realitäten anzuerkennen.
Werneke: "So geht das nicht"
Bei der Kundgebung im Düsseldorf bezeichnete der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke den von Arbeitgeberseite vorgeschlagenen "Lösungskorridor" als "eine Frechheit". "Das lassen wir uns nicht bieten". Die Arbeitgeber hätten bisher kein verbindliches Angebot vorgelegt, im Verhandlungsraum seien auch keine konkreten Zahlen genannt worden. "So geht das nicht", unterstrich der ver.di-Chef.
Der Chef des dbb-Beamtenbunds, Volker Geyer, sprach von "Zahlenspielchen" der Arbeitgeber, die zudem die Forderung nach einem Mindestbetrag kategorisch abgelehnt hätten. Damit lasse man sich nicht abspeisen.
Warneke lässt Kompromissbereitschaft durchblicken
Warneke signalisiert aber auch Kompromissbereitschaft. "Die Tarifergebnisse kommen immer nur durch einen Kompromiss zustande. Der muss dann halt aber auch so sein, dass er für die Beschäftigten tragbar ist", sagte der ver.di-Chef der Nachrichtenagentur dpa. "Wir werden ja am Ende der Tarifrunde eine Mitgliederbefragung machen, wie wir das immer machen als ver.di. Und deshalb brauchen wir auch ein Ergebnis, wo unsere Mitglieder sagen: 'Ja, das passt für uns'", verdeutlichte er.
Werneke machte zugleich deutlich, dass der Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen des vergangenen Jahres ein Maßstab sei. Hier gab es nach einem Schlichtungsverfahren eine Einigung auf eine Entgelterhöhung von insgesamt 5,8 Prozent in zwei Schritten bei 27 Monaten Laufzeit des Tarifabschlusses.
Für Mittwoch rufen die Gewerkschaften ver.di, GEW, IG-BAU und GdP in Berlin und Brandenburg zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst auf. Hier muss mit Einschränkungen oder auch kompletten Schließungen bei vielen Behörden oder Bildungseinrichtungen gerechnet werden.
Rodeln: Taubitz zündet Turbo zu erstem Olympia-Gold

Nach acht Weltmeistertiteln und fünf Weltcup-Gesamtsiegen ist Julia Taubitz endlich auch auf dem Olympia-Thron angekommen. Eine weitere deutsche Starterin erlebte dagegen einen schwarzen Dienstag.
Julia Taubitz hat ihre erste Olympiamedaille. Im Einsitzer-Rennen der Rodel-Frauen gewann die 29-Jährige am Dienstag nach vier Läufen. Die Oberwiesenthalerin, die eine durchwachsene Saison mit WM-Gold aber sonst nur einem Weltcupsieg hatte, setzte sich gegen Elina Bota aus Lettland (+ 0,918 Sekunden) und Ashley Farquharson aus den USA (+ 0,957 Sekunden) durch.
Taubitz souverän zu Gold
Nach zwei Läufen von Montag (09.02.2026) mit einem starken zweiten Lauf in Bahnrekord (52,550 Sekunden) durfte die Sächsin im dritten Lauf als Erste ran. Taubitz fuhr die Bestzeit des Durchgangs und profitierte von Fehlern der Konkurrenz - wie auch Teamkollegin Merle Fräbel. So ging es mit komfortablem Vorsprung von 0,7 Sekunden ins Finale. Und dort verteidigte sie die Führung mit einer butterweichen Fahrt und der Bestzeit von 52,707 Sekunden. Sie baute damit ihren Vorsprung sogar noch aus.
Leitner: "Du hast es so verdient"
Bundestrainer Patric Leitner umarmte Taubitz und rief ihr ins Ohr: "Du hast es so verdient." Taubitz nahm die deutsche Fahne, vergoss Tränen der Freude und umarmte kurz darauf ihre Familie und Freunde mit Mama Simone. Vor vier Jahren war Taubitz als Weltcupspitzenreiterin zu Olympia gefahren, versteuerte sich aber im zweiten Lauf und stürzte. Nachdem sie im ersten Lauf noch Bahnrekord gefahren war, hatte sie keine Chance mehr auf eine Medaille und wurde am Ende enttäuschte Siebte.
Fehler im 3. Lauf: Fräbel fällt weit zurück
Einen schwarzen Dienstag erlebte Merle Fräbel. Die Suhlerin, die zur Halbzeit nach zwei Läufen am Montag (09.02.2026) noch auf Rang zwei lag, vergab alle Medaillenchancen im dritten Lauf. Gleich nach dem Start leistete sie sich einen groben Fehler, fuhr zweimal an die Bande und fiel mit der nur 20. besten Zeit der 22 Starterinnen auf den zehnten Rang zurück. Mit 1,475 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiterin Taubitz und rund 0,7 Sekunden auf das Podest hatte sie keine Medaillenchancen mehr.
Leitner: "Da blutet das Trainerherz"
"Das ist sehr bitter für Merle, dass sie beim Start den Schlitten verrissen hat", sagte Bundestrainer Patric Leitner nach dem dritten Lauf der 22-Jährigen im ZDF. "Das ist sehr traurig, da leidet man mit. Da blutet das Trainerherz. Ich hoffe, dass sie nochmal einen sauberen Lauf runterbringen kann."
Das gelang der Vize-Weltmeisterin im Finale dann tatsächlich: Mit einem starken vierten und fast fehlerfreien Lauf steuerte sie den Schlitten mit maximal 122,9 km/h und in 52,779 Sekunden ins Tal - damit verbesserte sie sich noch auf Rang acht (+ 1.547 Sekunden).
Peking-Zweite Berreiter wird Sechste
In die Top 10 schaffte es auch Anna Berreiter. Die Silbermedaillengewinnerin von 2022 ging als Achte in den finalen Lauf, verbesserte sich hier noch auf Rang sechs (+ 1,385 Sekunden) und jubelte im Ziel sogar. Bereits zur Halbzeit lag die 26-Jährige als Neunte weit weg von den Medaillen.
Alpine Kombination bei Olympia: Aicher und Weidle-Winkelmann holen nächstes Silber

Kira Weidle-Winkelmann und Emma Aicher haben dank einer Aufholjagd im Slalom eine Medaille in der alpinen Team-Kombination geholt. Für die große Favoritin Mikaela Shiffrin endete das Rennen mit einer herben Enttäuschung.
Beim überraschenden Sieg der Österreicherinnen Ariane Rädler und Katharina Huber belegte das deutsche Duo nach Abfahrt und Slalom den zweiten Rang. Wie schon in der Abfahrt fehlte nur ein Wimpernschlag auf Gold. Am Sonntag waren es vier, diesmal fünf Hundertstelsekunden.
Weidle-Winkelmann hatte in der Abfahrt zunächst nur den sechsten Platz belegt. Ihr Rückstand auf die Medaillenränge betrug knapp eine halbe Sekunde. "Wahnsinn, unglaublich", jubelte sie nach dem Rennen. Beim Lauf von Aicher habe sie emotional fast überfordert. "Es war eine Achterbahn. Emma hat einen richtig geilen Slalom gefahren und zu 100 Prozent abgeliefert, ein Wahnsinnstag!", freute sich die 29-Jährige über ihre erste Olympiamedaille. 2018 hatte sie in der Abfahrt den vierten Rang belegt.
Rang drei ging an Team USA. Aber nicht an die favorisierten Breezy Johnson und Mikaela Shiffrin, sondern an deren Teamkolleginnen Jacqueline Wiles und Paula Moltzan. Shiffrin als letzte Starterin erreichte nur die die 15.-beste Slalomzeit und war über eine Sekunde langsamer als Aicher. Wieder einmal schien der US-Star ihre Nerven bei Olympia nicht im Griff zu haben. Vor vier Jahren war sie bei sechs Starts ohne Medaille geblieben.
Emma Aicher mit Laufbestzeit im Slalom
Auf der recht flüssigen und 540 Meter langen Strecke ging es im Slalom schließlich darum, mit viel Tempo durch die 59 Stangen zu kommen, um Zeit gutzumachen. Was deutlich leichter klingt, als es letztlich ist. Fünf der ersten 14 Fahrerinnen schafften es nicht ins Ziel. Darunter auch Petra Vlhova, die nach ihrer schweren Verletzung im Januar 2024 erstmals wieder bei einem internationalen Rennen an den Start ging.
Aicher zeigte einen kontrollierten, aber starken Lauf. Sie war die Schnellste im Slalom. Mit der Bestzeit im Ziel hieß es nun Warten. Gleich drei Konkurrentinnen waren schließlich langsamer, Italien schied dazu noch aus. Damit durfte erneut über Silber gejubelt werden.
Weidle-Winkelmann verliert in der Abfahrt Zeit
Im ersten Teil der Kombination merkte man den Abfahrerinnen nach dem schweren Sturz von Lindsey Vonn vor wenigen Tagen an, dass sie die Schlüsselstelle im oberen Teil deutlich zurückhaltender angingen. So auch die deutsche Starterin Kira Weidle-Winkelmann. Sie ließ im Vergleich zur Konkurrenz im oberen Teil viel Zeit liegen, die sie in dem steilen Streckenabschnitt später auch nicht mehr wettmachen konnte. Erst in der Gleitpassage vor dem Zielschuss verringerte sie ihren Rückstand ein wenig.
Mit der schnellsten Zeit auf der Olympia delle Tofane in 1:36,59 Minuten hatte die frisch gebackene Goldmedaillen-Gewinnerin Breezy Johnson vermeintlich den Grundstein für die nächste US-Goldparty gelegt. Doch ausgerechnet die beste Slalomfahrerin der Welt Shiffrin hielt dem Druck nicht Stand, war zu langsam und landete schließlich nur auf dem vierten Rang.
Goggia nach Sturz raus aus dem Medaillenrennen
Eine herbe Enttäuschung erlebte die italienische Medaillenhoffnung Sofia Goggia. Nach Bronze in der Abfahrt wollte sie erneut ums Podest mitfahren. Nach etwas mehr als einer Minute Fahrzeit verlor sie den Außenski, kippte nach innen und verlor komplett die Balance. Sie rutschte an einem Tor vorbei und schied aus.
Verschärfte Asylregeln: EU-Parlament beschließt Liste sicherer Herkunftsstaaten

Das Europäische Parlament hat final eine Liste sicherer Herkunftsländer gebilligt. Für Asylsuchende aus den betroffenen Ländern bedeutet das: strengere Regeln und schnellere Verfahren.
Die EU verschärft ihre Asylregeln. Eine Mehrheit der Abgeordneten im Parlament hat für die Einführung der ersten EU-weiten Liste sicherer Herkunftsstaaten gestimmt. Künftig gelten Kosovo, Bangladesch, Kolumbien, Ägypten, Indien, Marokko und Tunesien als sicher. Asylanträge von Staatsangehörigen dieser Länder sollen beschleunigt geprüft werden.
Grundsätzlich sollen auch EU-Beitrittskandidaten als sichere Herkunftsstaaten eingestuft werden. Ausgenommen sind Länder, in denen Krieg herrscht oder schwere Menschenrechtsverletzungen vorliegen. Ziel der Regelung ist es, Asylverfahren innerhalb der EU zu vereinheitlichen und zu verkürzen.
Kürzere Asylverfahren
Mit der Einstufung ändern sich die Bedingungen für Antragstellende. Verfahren werden verkürzt, zugleich liegt die Beweislast stärker bei den Asylsuchenden. Häufig ist auch der Zugang zum Arbeitsmarkt eingeschränkt.
Kritik kam von 39 Such- und Rettungsorganisationen sowie Menschenrechtsgruppen, darunter Pro Asyl und SOS Humanity. Sie hatten die Abgeordneten aufgerufen, die Liste abzulehnen.
Kritik aus dem Parlament
Auch der Grünen-Europaabgeordnete Erik Marquardt äußerte sich kritisch. Abschiebungen würden durch die Regelung nicht erleichtert, da diese auch ohne eine solche Einstufung möglich seien. Stattdessen hätten Asylsuchende aus den betroffenen Ländern weniger Rechte, etwa beim Arbeitsmarktzugang, was integrationspolitisch problematisch sei.
Die Regelung ist Teil des EU-Migrations- und Asylpakets, das im Juni 2026 in Kraft treten soll.
Epstein-Affäre: EU-Politiker fordern Ermittlungen in Europa

Großbritannien, Norwegen, Frankreich: Die Verbindungen des Sexualstraftäters Epstein reichten bis in europäische Regierungen hinein. EU-Abgeordnete fordern nun eine gemeinsame Aufarbeitung. Die Grünen wollen Nachforschungen in Deutschland.
Der Epstein-Skandals zieht immer weitere Kreise: Nicht nur politisch erhöht sich der Druck, auch juristisch soll es Änderungen geben: Zur Aufklärung des Epstein-Skandals sollen nach Ansicht von Europaabgeordneten deshalb auch EU-Behörden beitragen.
Die Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im Europäischen Parlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), sagte dem Handelsblatt: "Europäische Institutionen wie Europol und die zuständigen EU-Geldwäschebehörden sollten vorhandene Erkenntnisse umgehend und systematisch auswerten und, wo erforderlich, eng mit internationalen Partnern zusammenarbeiten." Gerade grenzüberschreitende Netzwerke ließen sich nur gemeinsam wirksam aufklären, so die liberale Europaabgeordnete.
Barley will europäische Ermittlungen
Auch die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley (SPD) sprach sich für europäische Ermittlungen aus: "Wir dürfen uns nicht allein auf die Untersuchungen der USA verlassen", sagte Barley dem Handelsblatt. Die Kompetenz für Ermittlungen liege zwar bei den Mitgliedstaaten selbst. Ein koordiniertes Vorgehen auf europäischer Ebene sei in solchen grenzüberschreitenden Fällen aber unglaublich wichtig.
Europol könne die nationalen Ermittlungen unterstützen, glaubt Barley. Der Skandal habe eine erhebliche internationale Dimension: "Wir müssen jeglichen Hinweisen auf mögliche Verbindungen des Epstein-Netzwerks nach Europa nachgehen, insbesondere weil der Verdacht ausländischer Einflussnahme im Raum steht", sagte sie.
Politiker unter Druck
Nach der jüngsten Veröffentlichung von Dokumenten zum Fall Epstein sind ehemalige europäische Regierungsvertreter wegen finanzieller Verflechtungen mit dem Sexualstraftäter ins Visier der Behörden geraten. Gegen den früheren britischen Wirtschaftsminister Peter Mandelson laufen Ermittlungen, weil er während der Finanzkrise sensible Informationen an Epstein weitergegeben haben soll.
Dies belastet auch zunehmend die Amtsführung von Premier Keir Starmer, der Mandelson als Botschafter entsandt hatte. Starmers Stabschef war im Zuge der Enthüllungen bereits zurückgetreten.
In Frankreich prüfen die Behörden Vorwürfe wegen möglichen Steuerbetrugs gegen den früheren Kulturminister Jack Lang. In Norwegen ist neben Kronprinzessin Mette-Marit auch Ex-Ministerpräsident Thorbjörn Jagland betroffen. Die Polizei in Oslo ermittelt nun wegen Korruptionsverdachts.
Grüne fordern Aufklärung
Die Grünen-Bundestagsfraktion fordert von der Bundesregierung mehr Engagement. Es brauche eigene Nachforschungen zu Epstein und möglichen Betroffenen in Deutschland: "Die Haltung der Bundesregierung zu den Epstein-Files zeigt eine Ignoranz für die mögliche größere Dimension des Skandals, die gefährlich und mindestens fahrlässig ist", so die Parlamentarische Geschäftsführerin Irene Mihalic.
Der 2019 gestorbene US-Multimillionär Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem zahlreiche junge Frauen und Mädchen zum Opfer fielen. Zugleich unterhielt er enge Kontakte zu höchsten Kreisen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
EU-Parlament in Straßburg: Immunität von AfD-Politiker Bystron aufgehoben

Das Europaparlament hat die Immunität des AfD-Politikers Bystron erneut aufgehoben. Die Generalstaatsanwaltschaft München darf nun weiter gegen ihn ermitteln. Hintergrund sind Betrugsvorwürfe.
Eine Mehrheit des Europaparlaments hat sich in Straßburg für die Aufhebung der Immunität des AfD-Politikers Petr Bystron ausgesprochen. Zuletzt hatte die Generalstaatsanwaltschaft München gegen ihn Vorermittlungen wegen Betrugs in seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter geführt. Diese können nun fortgesetzt werden.
Bystron könnte eine private Reinigungskraft über die Mitarbeiterpauschale des Bundestags abgerechnet haben, hatte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft zuvor mitgeteilt. Zu den konkreten Vorwürfen wollte sich Bystron auf Anfrage nicht äußern. Er hat sich selbst mit Blick auf das Verfahren stets als Opfer politischer Verfolgung beschrieben.
Immunität bereits zweimal aufgehoben
Bystron war von 2017 bis 2024 Bundestagsabgeordneter und zog 2024 ins Europäische Parlament ein. Seine Immunität wurde im EU-Parlament schon zweimal wegen anderer Verfahren aufgehoben, auch der Bundestag hatte bereits Ermittlungen gestattet.
In einem Fall verurteilte das Amtsgericht München Bystron wegen der Verbreitung einer Fotomontage in sozialen Medien zu einer Geldstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Verteidigung und Staatsanwaltschaft haben Rechtsmittel eingelegt.
Im anderen Fall steht der Verdacht auf Geldwäsche und Bestechlichkeit im Raum. Der Politiker soll vom prorussischen Portal "Voice of Europe" Geld erhalten haben, um im Bundestag im Gegenzug im Sinne Russlands zu agieren. Auch diesbezüglich hat Bystron die Vorwürfe gegen ihn stets zurückgewiesen und das Verfahren als politisch motiviert bezeichnet. Die Ermittlungen dazu laufen.
Neue Studie: Viele Gewalttaten werden nicht angezeigt

Gewalt in Beziehungen bleibt oft verborgen: Eine neue Studie zeigt eine hohe Dunkelziffer - nur wenige Betroffene erstatten Anzeige. Körperliche Gewalt erfahren demnach 18 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer.
Isabelle spricht mit niemandem über die Gewalt, die ihr zu Hause angetan wird. Für Freunde und die Familie überlegt sie sich Geschichten, um Blutergüsse zu erklären. Das ändert sich erst, als Isabelle in ärztliche Behandlung muss. Ihr damaliger Partner hatte ihr ins Gesicht geschlagen, die Diagnose: ein gebrochenes Nasenbein.
Weil sie weiß, dass ihre Ärztin der Schweigepflicht unterliegt, traut sie sich erstmals, über die Gewalt in ihrer Beziehung zu sprechen. Die Ärztin vermittelt sie an eine Selbsthilfegruppe. Isabelle schafft es, aus dem Leid zu entkommen, Anzeige hat sie aber nicht erstattet.
Neue Studie zur hohen Dunkelziffer
Isabelles Fall ist damit einer, der zur großen Dunkelziffer an Gewalttaten in Deutschland zählt. Denn in der Polizeistatistik werden nur Fälle erfasst, die auch zur Anzeige gebracht werden. Isabelle ist nicht zur Polizei gegangen, zu groß war ihre Angst.
Eine neue Studie soll nun Aufschluss über die Zahl an Gewalttaten in Deutschland geben, die im Verborgenen bleiben. "Es geht darum, die Opfer von Gewalt in den Mittelpunkt zu stellen. Die Opfer brauchen Schutz und müssen sich frei bewegen können", so Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU).
Zwei Jahre lang wurden mehr als 15.000 Menschen befragt. Die Studie, die vom Bundesfamilienministerium, dem Bundesinnenministerium und dem Bundeskriminalamt beauftragt wurde, zeigt: Nur ein Bruchteil der Fälle wird angezeigt, meist weniger als fünf Prozent.
Laut Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) mache die Studie deutlich, wie weit Gewalt in unserer Gesellschaft verbreitet sei und wie wenig davon ans Licht käme: "Die Zahlen machen sichtbar, was lange im Verborgenen lag: Das Dunkelfeld bei partnerschaftlicher und sexualisierter Gewalt ist riesig. Gewalt ist kein Randphänomen, sie betrifft Millionen Menschen in unserem Land."
Gewalt innerhalb und außerhalb von (Ex-)Partnerschaften
Themenschwerpunkte der Befragung waren unter anderem körperliche und psychische Partnerschaftsgewalt, sexualisierte Gewalt, digitalisierte Gewalt sowie Gewalterfahrungen in der Kindheit. Auch Männer wurden erstmals repräsentativ in die Studie aufgenommen. Außerdem gibt sie Aufschluss über die Schwere der Taten.
Ein Schwerpunkt der Studie: Gewalt in (Ex-)Partnerschaften. Fast die Hälfte aller Frauen ist laut Studie mindestens einmal im Leben von psychischer Gewalt betroffen, bei Männern sind es 40 Prozent.
Körperliche Gewalt erfahren der Studie zufolge 18 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer. Der Unterschied liege hier in der Intensität der Gewalt. Frauen berichten demnach von mehr Angst, schwereren und mehr Verletzungen. Sowohl bei psychischer als auch bei körperlicher Gewalt liegt die angegebene Anzeigequote meist unter drei Prozent.
Polyviktimisierung, Stadt-Land-Gefälle, Täterprofile
Ein weiteres zentrales Ergebnis: Personen, die von einer Form der Gewalt betroffen sind, geben an, auch anderweitig Gewalt erfahren zu haben. Rund 25 Prozent der Befragten würden diese sogenannte Polyviktimisierung erleben. Außerdem geben queere Personen an, überdurchschnittlich von allen untersuchten Gewaltformen betroffen zu sein. Ähnlich verhält es sich bei Personen mit Migrationshintergrund. Laut Studie sind vor allem Frauen mit Migrationshintergrund verstärkt digitaler Gewalt ausgesetzt.
Gewalt gegen Frauen werde überwiegend durch Männer verübt. Männer erleben den Daten zufolge psychische und körperliche Gewalt häufig durch Frauen, sexualisierte Gewalt hingegen oft durch Männer.
Datengrundlage nach 20 Jahren
Dass es nun eine neue Datenlage gibt, begrüßt Gesa Birkmann, Geschäftsführerin der Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes". Mehr als 20 Jahre habe sie darauf gewartet. Die letzte Dunkelfeldstudie stammt aus 2004. Danach habe lange der politische Wille gefehlt, sich mit dem Thema Gewalt auseinanderzusetzen, sagt Birkmann.
Zuletzt sei der Druck aber zu hoch geworden. Der Grund: Die sogenannte Istanbul-Konvention, ein Übereinkommen, in dem sich Deutschland zusammen mit anderen Ländern zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen verpflichtet hat.
Frühzeitig Muster erkennen
Bei den bloßen Zahlen dürfe es jetzt aber nicht bleiben, erklärt Birkmann. "Es ist wichtig, dass durch die Datenlage natürlich auch die Politik ins Handeln kommt." Diese Zahlen erzeugten erheblichen Druck. Es müsse nun beispielsweise verpflichtende Schulungen an Arbeitsplätzen und in Schulen geben, mit dem Ziel, über die vielen Formen von Gewalt aufzuklären - oder, um Betroffene ausfindig zu machen.
Auch Isabelle, die Gewalt durch ihren Ex-Partner erlebt hat, spricht von einer Spirale der Gewalt, die anfangs oft nicht bemerkt werde. "Es ist wichtig, dass man darüber aufklärt, wie Gewalt in einer Beziehung aussehen kann. Auch psychische Gewalt. Wenn man manipuliert oder kleingehalten wird. Das wird schnell akzeptiert und als gegeben hingenommen." Das frühzeitig zu erkennen, sei entscheidend, sagt Isabelle.
Unterstützung für eine potentielle Strafverfolgung ist laut Dobrindt geplant: Unter anderem durch die Verbreitung einer "Tarn-App" zur Dokumentation von Gewalttaten, eine härtere Bestrafung beim Gebrauch von K.O.-Tropfen und die Einführung einer Fußfessel nach Spanischem Modell.
"Safer Internet Day": Wie Internetnutzung sicherer werden kann

Online-Betrug, Manipulation, emotionale Abhängigkeit von KI: Die Risiken im Internet sind vielfältig - und viele Nutzer handeln unvorsichtig. Am heutigen "Safer Internet Day" wird weltweit für mehr Sicherheit im Netz geworben.
Der "Safer Internet Day" ist ein weltweiter Aktionstag für mehr Online-Sicherheit. Der Tag findet seit 2004 jedes Jahr statt - diesmal unter dem Motto "KI and me - in künstlicher Beziehung". Durch Künstliche Intelligenz verändert sich das Internet maßgeblich: Betrugsversuche werden für die meisten Nutzer immer schwieriger zu erkennen.
Cyberkriminalität führt zu hohem finanziellen Schaden
Vor allem persönliche Daten sind für Betrüger interessant. Diese erbeuten sie zum Beispiel durch Phishing-Angriffe. Dafür nutzen sie E-Mails oder Webseiten, die exakt auf die Opfer zugeschnitten sind, um diese zu täuschen. Oft entsteht ein finanzieller Schaden. Bitkom, der Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche, schätzt ihn für das vergangene Jahr allein in Deutschland auf 202 Milliarden Euro.
Für Verbraucher bleibt bislang der beste Schutz, aufmerksam und vorsichtig zu sein. Claudia Plattner rät, regelmäßige Updates durchzuführen, um Sicherheitslücken im System zu verhindern. Auch durch die Nutzung von Passkeys statt einfachen Passwörtern steige die Sicherheit. Das BSI hat auf seiner Internetseite weitere Tipps für eine sichere Nutzung des Internets zusammengestellt.
Emotionale Abhängigkeit von KI als Problem
Der "Safer Internet Day" soll die Aufmerksamkeit aber auch auf die Rolle Künstlicher Intelligenz als emotionaler Partner im Alltag junger Menschen richten. Denn gerade Jugendliche würden Künstliche Intelligenz häufig als soziales Gegenüber wahrnehmen. Kinder und Jugendliche sollten deshalb mehr Medienkompetenz erlernen, fordern Experten.
Der Cyberkriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger warnt besonders vor emotionaler Abhängigkeit und krimineller Manipulation. Für ihn bestehe langfristig die Gefahr, dass soziale Fähigkeiten verkümmerten oder falsche, rechtlich oder moralisch problematische Ratschläge gegeben würden, sagte Rüdiger der Nachrichtenagentur dpa.
In Deutschland wurde zuletzt über weitere Schutzmaßnahmen diskutiert - darunter strengere Altersverifikationen für soziale Netzwerke und wirksamere Vorgaben für Plattformbetreiber.
Buch von Ex-Geisel Eli Sharabi: "Ich wollte ein menschliches Wesen bleiben"

491 Tage war Eli Sharabi in Geiselhaft in Gaza - und hat darüber ein Buch geschrieben. Darin schildert der Familienvater, wie er auch in den dunkelsten Stunden durchgehalten hat, um zu überleben.
Eli Sharabi blickt hinaus aufs Meer. Die Wellen brechen sich am Strand von Herzliya unweit von Tel Aviv. Ein Jahr ist her, dass der 53-Jährige durch einen Geiseldeal mit der Hamas im Gazastreifen freikam.
491 Tage lang war der Familienvater aus dem Kibbuz Beeri eine Geisel der Terrororganisation Hamas, verbrachte die meiste Zeit ohne Sonnenlicht in den Tunneln im Gazastreifen. Es bedeute Freiheit, das Meer zu sehen und den Wellen zuzuhören, erzählt er. "Davon haben wir 50 Meter unter dem Boden nur geträumt. Ich habe Glück, hier am Leben zu sein, in Freiheit."
Das Meer erinnere ihn an seinen Bruder Yossi, der gerne surfte. Yossi Sharabi wurde auch am 7. Oktober 2023 entführt. Er starb in Gefangenschaft bei einem Luftangriff. Immer wieder holen Eli Sharabi die Erinnerungen an den 7. Oktober ein - als Hunderte Terroristen den Kibbuz Beeri überfielen.
Eli war mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern, 13 und 16 Jahre alt, in den Schutzraum ihres Hauses geflüchtet.
Die Terroristen lachten und filmten
Bevor er durch den Zaun nach Gaza in ein gestohlenes Auto gezerrt wurde, sie ihn mit einer Decke zudeckten, habe er mehr als 100 Terroristen gesehen. Sie seien in jedem Haus gewesen.
Er habe das brennende Haus eines Freundes gesehen, den sie getötet hatten. Die Terroristen lachten dabei und filmten sich. Das werde er nie vergessen, sagt Eli Sharabi und hält inne. Er habe in einen Überlebensmodus geschaltet.
In der Gefangenschaft habe er das Gefühl gehabt, "wenn dich etwas töten kann, dann ist es der Hunger."
Manchmal habe es eine Schüssel Pasta gegeben, berichtet er. "Dann musst du 24 Stunden warten, bis es wieder etwas zu essen gibt. Du zählst jedes Reiskorn. Du teilst es mit anderen Geiseln. Wenn du stirbst, kannst du sagen, du hast versucht, ein Mensch zu bleiben und dass du fair zu deinen Freunden warst."
Nach einem Monat wurde Eli in einen Hamas-Tunnel gebracht, wo er andere Geiseln traf. Hersh Goldberg Polin und Ori Danino wurden später von der Hamas erschossen. Sie hätten sich geholfen, zu überleben. Er habe versucht, für Disziplin beim Aufteilen von Essen zu sorgen - gegen den Hunger.
Gewichte heben - mit einer Wasserflasche
Es sei wichtig gewesen, eine Routine zu haben. Morgens hätten sie gebetet, mittags versucht zu essen. Obwohl er mit einer Eisenkette angekettet war, für 485 Tage, sagt Eli, habe er versucht, etwas zu gehen. Gewichte heben mit einer Wasserflasche, um bei Kräften zu bleiben.
Die Angst sei ständiger Begleiter gewesen: "Du siehst die geladenen Waffen, sie halten sie dir an den Kopf, bedrohen dich. Du hast immer Todesangst." Was ihm geholfen habe, sei sein Versprechen an seine Frau und seine Töchter gewesen, dass er wiederkomme.
Er erzählt, dass er die anderen Geiseln ermuntert habe, jeden Tag von etwas Positivem zu erzählen, um das Eingesperrtsein psychisch zu überstehen, etwa dass es mal Tee gab oder dass die Entführer sie einen Tag lang nicht quälten.
Spitznamen für die Geiselnehmer
Für die Geiselnehmer habe er sich Namen ausgedacht wie Dreieck, Kreis oder Maske, schreibt Eli in seinem Buch "491 Tage", in dem er die Grausamkeiten minutiös beschreibt.
Sie seien ausgehungert und geschlagen worden, hätten sich nur alle sechs Wochen waschen dürfen. Die Terroristen hätten ihnen erzählt, dass sie 20 Jahre lang bleiben müssen, dass ihr Land und ihre Familien sie vergessen hätten. Der Verlust der Kontrolle über das eigene Leben sei das Schlimmste gewesen.
Trauer um Frau und Töchter
Eines Tages habe ein Entführer gesagt, er habe Sharabis Frau und Kinder im Fernsehen gesehen. Das sei das einzige Mal gewesen, dass er in Gaza weinte, sagt Sharabi.
Als er nach 491 Tagen durch Verhandlungen freikam, wog er noch 44 Kilogramm. Die Aussicht, seine Familie wiederzusehen, habe ihn angetrieben:
Er will nicht zurück ins Kibbuz
Am Grab habe er sich bei seiner Familie entschuldigt, dass er sie nicht beschützen konnte. Sharabi hat sich vorgenommen, nach vorne zu blicken. Doch noch immer ist die Waffenruhe brüchig. Die Hamas und die israelische Armee liefern sich weiter Gefechte. Viele, die einst in Beeri wohnten, wollen nicht zurück in ihr Kibbuz, auch Sharabi nicht.
"Wenn die Hamas in ein bis zwei Jahren noch immer das Sagen im Gazastreifen hat, wird es weitergehen. Sie werden Israel niemals als Staat anerkennen." Sie wollten Israel zerstören - "das haben sie uns dauernd gesagt. Und dass sie wiederkommen, um uns zu töten."
Er könne nichts tun, um seine Familie zurückzubringen, sagt Eli Sharabi. Oft komme er hierher ans Meer, wo er mit seiner Familie war, oder sitze im Auto und mache die Musik an, die er mit seinen Töchtern gehört hat.
Bericht zur Korruptionsbekämpfung: Deutschland legt zu - hat aber wachsende Probleme

Deutschland liegt im Korruptionsindex von Transparency International auf einem besseren Platz als im Vorjahr. Doch die Nichtregierungsorganisation warnt: Das liegt vor allem an der Schwäche anderer Länder.
Im jährlichen Korruptionsindex von Transparency International hat sich Deutschland im weltweiten Vergleich um fünf Plätze verbessert. Die Bundesrepublik liegt im neu veröffentlichten Ranking der Nichtregierungsorganisation für das vergangene Jahr auf Platz 10 von 182 erfassten Staaten. Transparency nennt das "auf den ersten Blick begrüßenswert".
Die schlechte Nachricht sei aber, dass die deutsche Platzierung kein Grund sei, "sich zurückzulehnen" - denn der Aufstieg resultiere vor allem aus dem Abstieg anderer Länder wie Australien, Irland oder Uruguay. Zudem zeige der Zehnjahresvergleich, dass Deutschland in der Korruptionsbekämpfung zurückfalle: Auf der Transparency-Skala von 0 Punkte - als sehr korrupt wahrgenommen - bis 100 Punkte - völlige Korruptionsfreiheit - ging es für die Bundesrepublik seit 2016 von 81 Punkten runter auf 77 im vergangenen Jahr. 2024 waren es 75 Punkte.
Bürokratiabbau bedeute auch Abbau von Kontrollmechanismen
Die Vorsitzende von Transparency Deutschland, Alexandra Herzog, sagte, für die Bundesrepublik müsse sogar ein weiterer Abwärtstrend befürchtet werden - ausgerechnet wegen des Bürokratieabbaus: Denn unter diesem Schlagwort würden teilweise zentrale Kontrollmechanismen gegen Korruption abgebaut.
Das zeige sich vor allem beim Vergaberecht, das durch ein beschlossenes Gesetz zur Beschaffungsbeschleunigung der Bundeswehr und das geplante Vergabebeschleunigungsgesetz stark beschnitten werde. "Dabei wäre in Anbetracht der in den vergangenen Jahren beschlossenen Sondervermögen ein Mehr an Transparenz (und Rechenschaft) notwendig, um Korruption, Günstlings- und Misswirtschaft wirksam zu beschränken, Wettbewerb zu ermöglichen und Schutzmechanismen zu stärken", sagte Herzog.
Dänemark vorn, USA auf Allzeittief
Das am wenigsten korrupte Land im Transparency-Index ist - zum achten Mal in Folge - Dänemark. Danach folgen Finnland, Singapur, Neuseeland, Norwegen, Schweden, die Schweiz, Luxemburg, Niederlande.
Staaten wie Großbritannien und die USA haben in den vergangenen zehn Jahren in der Transparency-Wertung viele Punkte eingebüßt. Großbritannien verschlechterte sich um elf Punkte auf 70 und liegt nun im Ranking auf Platz 20. Die USA büßten seit 2016 zehn Punkte ein und haben nun 64 Punkte, was Platz 29 im weltweiten Ranking bedeutet - ein Allzeittief für das Land.
Die Ukraine, die schon oft wegen Korruption in den Schlagzeilen war, erreicht 36 Punkte und liegt auf Platz 105. Ganz am Ende der Liste stehen Länder, die von einem Zerfall der staatlichen Institutionen, von Krieg und Konflikten geprägt sind: Schlusslicht ist der Südsudan, davor liegen Somalia, Venezuela, der Jemen, Libyen, Eritrea und der Sudan.
"Korruption nimmt weltweit zu"
Insgesamt zieht Transparency in seinem aktuellen Bericht ein negatives Fazit: "Korruption nimmt weltweit zu." Vor zehn Jahren habe es noch zwölf Länder mit mehr als 80 Punkten gegeben, heute seien es nur noch fünf. Der globale Durchschnitt habe mit 42 Punkten den tiefsten Wert seit mehr als zehn Jahren erreicht.
"Besonders beunruhigend ist, dass von diesem negativen Trend auch gefestigte Demokratien, also Länder mit eigentlich robusten Antikorruptionsstrukturen betroffen sind", erklärte Transparency-Deutschland-Chefin Herzog. "In Ländern, in denen Rechtsextreme und populistische Parteien an die Macht gekommen sind, werden Schutzmechanismen gegen Korruption meist massiv abgebaut."
Der Abstieg zeige sich vor allem in Ungarn
Dort, wo der Rechtsstaat geschwächt, die Freiheit der Medien und der Zivilgesellschaft beschnitten würden, breite sich Korruption aufgrund fehlender Kontrollinstanzen rasch aus. Das zeige sich besonders deutlich in Ungarn, sagte Herzog. Das Land sei im Ranking weiter abgestiegen - auf die bisher niedrigste Punktzahl (40) innerhalb der EU.
Der Index von Transparency International ist der weltweit bekannteste Korruptionsindikator. Er umfasst 182 Staaten und Gebiete und bewertet den Grad der in Politik und Verwaltung wahrgenommenen Korruption. Der Index beruht auf der Einschätzung von Expertinnen und Experten sowie Führungskräften. Der sogenannte Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) basiert auf Einschätzungen zur Korruption im öffentlichen Sektor, die von Experten aus internationalen Institutionen und Forschungsgruppen abgegeben werden.
Rund 41 Fälle pro Monat: Zahl der Straftaten gegen Journalisten gestiegen

Neue Zahlen der Bundesregierung zeigen einen Zuwachs politisch motivierter Straftaten gegen Medien in Deutschland. Besonders häufig ordnen die Behörden die Taten dem rechten Spektrum zu.
Journalisten in Deutschland werden immer häufiger Ziel von Straftaten. Nach Angaben der Bundesregierung registrierte die Polizei vom 1. April 2024 bis zum 30. November 2025 bundesweit 818 politisch motivierte Straftaten gegen Medien. Darunter waren 89 Gewaltdelikte. Das geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Rheinischen Post vorliegt.
Rund ein Drittel - insgesamt 244 - der erfassten Taten ordnet die Polizei dem rechten Spektrum zu. 78 Straftaten werden dem linken Spektrum zugerechnet. In 153 Fällen sehen die Behörden eine ausländische Ideologie als Hintergrund, in 31 eine religiöse.
Vergleich zeigt deutlichen Anstieg
Hochgerechnet ergeben sich für den untersuchten Zeitraum im Schnitt etwa 41 Fälle pro Monat. Im Jahr 2023 waren es demnach noch etwa 24 pro Monat gewesen.
Der medienpolitische Sprecher der Linken im Bundestag, David Schliesing, zeigte sich alarmiert. "Das Ausmaß an gewalttätigen Übergriffen und Straftaten gegen Medienschaffende erreicht ein erschreckend hohes Niveau", sagte er. Bund und Länder müssten deutlich mehr für den Schutz journalistischer Arbeit tun.
Reporter ohne Grenzen sieht Bedrohung in Deutschland
Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) berichtete zuletzt von Problemen. Im Bericht "Nahaufnahme" dokumentierte die Organisation für 2025 insgesamt 55 Angriffe auf Medienschaffende und Redaktionen. Im Jahr zuvor waren es 89 gewesen.
DFB-Pokal: Das Viertelfinalspiel Kiel - Stuttgart

Regional
Baden-Württemberg: Warnstreik bei der Lufthansa: Auch Stuttgart betroffen

Im Rahmen eines bundesweiten Warnstreiks bei der Lufthansa werden am Donnerstag auch Flüge am Stuttgarter Flughafen ausfallen. Grund ist ein Streit um die Altersvorsorge.
Am Donnerstag werden aufgrund eines Warnstreiks voraussichtlich keine Lufthansa-Flüge in Stuttgart starten und landen. Wie viele Flüge von und nach Stuttgart gestrichen werden müssen, ist unklar. Regulär gibt es laut Flugplan jeweils 14 Ankünfte und Abflüge der Lufthansa pro Tag.
Streit mit Lufthansa um betriebliche Altersvorsorge
Im Streit um die betriebliche Altersvorsorge ruft die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) für Donnerstag zu einem Streik bei der Lufthansa auf. Der VC-Aufruf beziehe sich auf die Kernmarke Lufthansa und die Frachtsparte Cargo, bestätigte eine Sprecherin der Pilotengewerkschaft der Nachrichtenagentur AFP am Dienstagabend.
Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) rief ihrerseits im selben Zeitraum das Kabinenpersonal der Lufthansa CityLine zu einem Warnstreik auf. "Der Arbeitskampf betrifft alle Flüge, die im Zeitraum von 0:01 Uhr bis 23:59 Uhr Ortszeit von deutschen Flughäfen starten", erklärte die Gewerkschaft VC. Ihr Präsident Andreas Pinheiro wies der Lufthansa die Verantwortung für den Streik zu: "Wir hätten eine Eskalation sehr gerne vermieden."
Gewerkschaft fordert Verhandlungen über tariflichen Sozialplan
Die Gewerkschaft sei "jederzeit gesprächsbereit" gewesen und habe "mehrfach versucht, Bewegung in die Verhandlungen zu bringen". Die Passagiere bat die Gewerkschaft um Verständnis: "Nach der Urabstimmung Ende September haben wir der Lufthansa bewusst mehrere Monate Zeit eingeräumt, um doch noch zu einer verhandlungsfähigen Lösung zu kommen", erklärte Pinheiro. "Dieses Zeitfenster wurde erneut von dem Arbeitgeber nicht genutzt."
Warnstreik unter anderem auch in Frankfurt, München, Hamburg und Köln
Die Ufo erklärte, sie rufe "angesichts der öffentlich bekannt gegebenen Schließung des Flugbetriebs der Lufthansa CityLine und der anhaltenden Weigerung des Arbeitgebers, über einen tariflichen Sozialplan zu verhandeln", zum Warnstreik auf. "Bestreikt werden alle Abflüge der Lufthansa CityLine von den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover", erklärte die Flugbegleiter-Gewerkschaft. Der Warnstreik könne jederzeit beendet werden, "sobald der Arbeitgeber ernsthaft bereit ist, über einen tariflichen Sozialplan zu verhandeln".
Bayern: Bahnstrecke Nürnberg - Regensburg nur noch im Bus: Wie läuft's?

Seit 6. Februar läuft auf der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg die Generalsanierung. Für Zugreisende heißt das: Bus statt Bahn, fünf Monate lang. Was sagt die Bahn dazu, was sagen die Pendler?
Die Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg, 80 Kilometer lang, verbindet zwei der größten Städte Bayerns - und ist nun fünf Monate lang für den Zugverkehr gesperrt. Die Generalsanierung dieser wichtigen und vielbefahrenen Verbindung gilt als Mammutprojekt: 20 Bahnhöfe an der Strecke werden in dieser Zeit barrierefrei umgebaut, Gleise, Weichen, Oberleitungen erneuert, die Leit- und Sicherungstechnik bekommt ein Update. Der Baustart sei planmäßig verlaufen, sagte Lucas Griep, Projektleiter bei der DB InfraGO. Gilt das auch für das zweite riesige Vorhaben neben der Generalsanierung - den Schienenersatzverkehr?
Mittelständler aus Landsberg stemmt Ersatzverkehr
Für den Schienenersatzverkehr (SEV) zuständig ist die deu.mobil GmbH, ein Verkehrsunternehmen mit Sitz in Landsberg am Lech. Sprecherin Viola Breidenbach bilanziert am Montag ein "gutes erstes Wochenende". Auch im morgendlichen Berufsverkehr sei es gut gelaufen, so Breidenbach.
Doch ganz ohne Probleme lief es nicht für jeden: Ein Fahrgast in Nürnberg sagte dem BR, bei ihm sei kein Bus gekommen. Eine Frau sagte, es habe gut geklappt, sie müsse jedoch eine Stunde früher aufstehen. Im Lauf des Wochenendes sei bereits nachjustiert worden, bestätigt Viola Breidenbach. So habe die deu.mobil etwa weitere Schilder aufgestellt, Haltestellen verschoben und spontane Baustellen mit eingeplant. "Wir beobachten und steuern nach", so die Sprecherin.
In fünf Monaten von pfui zu hui
Wie groß die Aufgabe Schienenersatzverkehr ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Die Strecke Nürnberg - Regensburg gehört laut Bahn mit über 350 Zügen täglich zu den verkehrsreichsten im Freistaat. Sie galt vielleicht gerade deshalb bisher als hochbelastet, die Infrastruktur sei teilweise veraltet und sehr störungsanfällig, so InfraGO-Projektleiter Griep.
In nur fünf Monaten sollen sich diese Adjektive ins Gegenteil verändern. "Was jetzt schon läuft, ist der Rückbau der Personenbahnhöfe und der Rückbau der Gleisanlagen", sagte Griep am Montag zu BR24. In den nächsten Tagen würden 2.000 Bauarbeiter mit 80 Maschinen damit beginnen, den gesamten Anlagenbedarf zu erneuern: "Gleise, Weichen, Oberleitungen, Bahnhöfe, Bahnsteige et cetera".
Pro Bahn kritisiert Zustand der Umleitungsstrecken
Weniger Störungen und damit weniger Verspätungen will die Bahn erreichen. Lukas Iffländer von Pro Bahn sagt, der Fahrgastverband stehe hinter dem Konzept der Generalsanierungen. Er kritisiert aber, dass die Umleitungsstrecken nicht ausgebaut worden sind, und dass trotz der Vollsperrung nicht alles saniert werden wird.
Demnach fehle das Europäische Zugleitsystem ETCS, außerdem würden mehrere marode Brücken entlang der Strecke auch nicht saniert. "Gerade bei den ersten Generalsanierungen wird das leider jetzt nicht vollständig umgesetzt, weil die Bahn mit der Planung nicht hinterherkommt. Das heißt, bei den Generalsanierungen in Bayern da haben wir einige Bauchschmerzen", so Iffländer.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
Quelle: BR24live
10.02.2026 - 11:00 Uhr
Berlin: Galeria-Warenhaus am Alexanderplatz bleibt bis mindestens Ende März 2027

Der Mietvertrag für das Galeria-Warenhaus am Berliner Alexanderplatz wird erneut verlängert. Das erfuhr der rbb aus Verhandlungskreisen.
Der bisherige Vertrag wäre im August dieses Jahres ausgelaufen. Nun soll Galeria mit seinen rund 350 Mitarbeitenden am Alexanderplatz noch bis Ende März 2027 Aufschub erhalten. Darauf hat sich der Warenhauskonzern mit dem Eigentümer des Gebäudes, der Gesellschaft Commerz Real, geeinigt. Zuerst hatte der "Tagesspiegel" berichtet.
Bislang noch keine Einigung über langfristige Lösung
Der Senat strebt an, Galeria langfristig am Alexanderplatz zu halten. Das will auch der Konzern, allerdings mit deutlich weniger Fläche als bislang. Commerz Real war bislang aber nur bereit, ein kleineres Warenhaus als Mieter zu akzeptieren, wenn gleichzeitig die Zentral- und Landesbibliothek als neuer Hauptmieter in das Gebäude zieht.
Diese Lösung scheiterte bislang jedoch an sehr unterschiedlichen Preisvorstellungen. Die Verlängerung des Mietvertrages für Galeria gibt nun dem Senat Zeit, eine Lösung auszuhandeln.
Brandenburg, Berlin: Ganztägiger Streik am Donnerstag bei Lufthansa - Rund 40 Flüge am BER betroffen

Wer am Donnerstag mit Lufthansa fliegen wollte, muss seine Pläne wohl ändern. Die Crews streiken - am BER sind rund 40 Abflüge und Ankünfte betroffen.
Lufthansa-Kunden müssen am Donnerstag mit Flugausfällen rechnen – auch am Flughafen BER. Piloten und Flugbegleiter sollen gleichzeitig in einen ganztägigen Warnstreik gehen.
Im Streit über Betriebsrenten bei der Fluggesellschaft hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zum Arbeitskampf bei der Kernmarke Lufthansa und der Frachtairline Lufthansa Cargo aufgerufen. Die VC fordert für die rund 4.800 Cockpit-Beschäftigten höhere Beiträge zur Betriebsrente.
Rund 40 Starts und Landungen am BER bertroffen
Das Airline-Management lehnt das wegen hoher Kosten und geringer Profitabilität der Premium-Fluglinie ab. Die Pilotinnen und Piloten sind nach einer Urabstimmung bereits seit Oktober streikfähig, läuten aber erst jetzt den Arbeitskampf ein.
Die Kabinengewerkschaft Ufo will einem Sprecher zufolge mit einem Warnstreik Verhandlungen zu verschiedenen Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline erzwingen. Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht.
Am BER würde der Streik am Donnerstag rund 40 Flüge von und nach München und Frankfurt (Main) betreffen. Das genaue Ausmaß der Ausfälle war zunächst unbekannt. Man warte auf genauere Informationen von Seiten der Gewerkschaft, erklärte ein Sprecher des Unternehmens.
Bremen: Bremens Bürgermeister hält CDU-Misstrauensvotum für "substanzlos"

Für SPD, Grüne und Linke ist das angekündigte Misstrauensvotum der CDU gegen zwei Senatorinnen der Linken in erster Linie eines: Suche nach Aufmerksamkeit im Vorwahlkampf.
Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hat eine klare Haltung zum Vorgehen der CDU.
Normalerweise beinhaltet ein Misstrauensantrag Anschuldigungen an die betroffene Person – in diesem Fall die beiden Senatorinnen Claudia Bernhard und Kristina Vogt. Das sei hier aber nicht der Fall, meint der Bremer Bürgermeister.
Auch die Chefin der Linksfraktion, Sofia Leonidakis, nimmt den Antrag nicht ernst. Sie spricht von politischer "Schaumschlägerei". Grünen-Fraktionschef Emanuel Herold nennt die Ankündigung des Antrags einen Schnellschuss. Die Regierungskoalition wertet den CDU-Antrag vor allem als Wahlkampf.
CDU betont Notwendigkeit des Antrags
CDU-Fraktionschefin Wiebke Winter nennt das Misstrauensvotum notwendig, um die Linken aus der Regierung zu bekommen. Denn die Partei sei zu nah dran an linksextremistischen Organisationen. Das hätten die Ereignisse der vergangenen Tage gezeigt, sagt Winter.
Als Beispiel nennt die CDU unter anderem die Personalie Anatol Anuschewski. Der Bremer Rechtsanwalt, der auf Vorschlag der Linken auch stellvertretendes Mitglied des Staatsgerichtshofs war, soll bei einer V-Mann-Enttarnung durch Linksextremisten dabei gewesen sein. Er hat nun seinen Rücktritt erklärt.
Hessen: Piloten und Flugbegleiter: Crews der Lufthansa streiken am Donnerstag

Wegen gleichzeitiger Streiks von Piloten und Flugbegleitern müssen Lufthansa-Passagiere am Donnerstag mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Besonders das Drehkreuz Frankfurt dürfte betroffen sein.
Passagiere der Lufthansa müssen an diesem Donnerstag mit Flugausfällen und Verspätungen rechnen. Grund sind gleichzeitige Arbeitskampfmaßnahmen der Piloten und Flugbegleiter über den ganzen Tag.
Aufgerufen haben die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) für die Piloten und die Kabinengewerkschaft Ufo für die Flugbegleiter. "Der Arbeitskampf betrifft alle Flüge, die im Zeitraum von 00.01 Uhr bis 23.59 Uhr Ortszeit von deutschen Flughäfen starten", erklärte die Gewerkschadft VC.
Der Streik-Aufruf bei den Piloten bezieht sich auf die Kernmarke Lufthansa und die Frachtsparte Cargo. Vor allem das Drehkreuz Frankfurt dürfte von dem Ausstand betroffen sein.
Streit um die betriebliche Altersvorsorgung
VC-Präsident Andreas Pinheiro wies der Lufthansa die Verantwortung für den Streik zu: "Wir hätten eine Eskalation sehr gerne vermieden." Die Gewerkschaft sei "jederzeit gesprächsbereit" gewesen und habe "mehrfach versucht, Bewegung in die Verhandlungen zu bringen".
Die Passagiere bat die Gewerkschaft um Verständnis: "Nach der Urabstimmung Ende September haben wir der Lufthansa bewusst mehrere Monate Zeit eingeräumt, um doch noch zu einer verhandlungsfähigen Lösung zu kommen", erklärte Pinheiro. "Dieses Zeitfenster wurde erneut von dem Arbeitgeber nicht genutzt." Die Piloten streiken für höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten.
UFO fordert Verhandlungen zu Tarifverträgen
Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) will mit einem Warnstreik Verhandlungen zu Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline erzwingen. Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht.
Ufo will hier einen tariflichen Sozialplan durchsetzen. Laut einem Mitgliederrundschreiben würden Verhandlungen vom Management verweigert. Bei der Kerngesellschaft warte man bislang vergeblich auf Verhandlungen zum Manteltarifvertrag.
Unter den Schlagworten "Produktivität" und "Flexibilität" verlange Lufthansa weiter tarifliche Verschlechterungen, die sich unmittelbar auf die Arbeitsbelastung und die ohnehin stark eingeschränkte Planbarkeit des Privatlebens auswirken würden, kritisiert Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger.
Kritik an Konzernstrategie und neuen Flugbetrieben
Gleichzeitig verweigere der Arbeitgeber jede ernsthafte Diskussion über Schutzmechanismen, mit denen die Kabinenbeschäftigten vor den Folgen des vom Konzern eingeschlagenen Kurses abgesichert werden könnten.
Gemeint ist hier die Konzernstrategie, mit neuen Flugbetrieben die etablierten Betriebsteile unter Druck zu setzen. Der Vorstand hatte vor wenigen Jahren die Flugbetriebe Lufthansa City Airlines und Discover mit dem erklärten Ziel gegründet, dort zu kostengünstigeren Tarifbedingungen zu fliegen. Dies gelingt vor allem, weil dort die Crews weniger verdienen. Laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr kann im Konzern Wachstum nur dort stattfinden, wo Geld verdient wird.
City Airlines soll Cityline ersetzen
Am Dienstag hatte der Lufthansa-Konzern bekanntgegeben, dass die neue Gesellschaft City Airlines nun erstmals auch das Drehkreuz Frankfurt bedient. Bis zum Herbst soll die Flotte am Rhein-Main-Flughafen auf sieben Flugzeuge vom Typ Airbus A320 mit der neuesten Triebwerksgeneration wachsen. Bislang sind 13 Flugzeuge der 2024 gegründeten Plattform am zweiten Drehkreuz in München stationiert.
Für Passagiere ist kaum zu erkennen, mit welcher Gesellschaft sie fliegen, weil City Airlines voll in den Lufthansa-Flugplan integriert ist und auch keine eigenen Tickets verkauft. Ein ähnliches Konzept verfolgt der Konzern bei der Tochter Discover, die auch Fernflüge anbietet. Hier hat die Konkurrenzgewerkschaft Verdi Tarifverträge für Kabine und Cockpit abgeschlossen.
Für das Wachstum der 100-prozentigen Tochter stellt der Konzern in Frankfurt neu ein. 60 Kräfte seien bereits gewonnen, die Einstellung von 280 weiteren Beschäftigten sei geplant. Aktuell beschäftigt die Airline rund 450 Menschen.
Nordrhein-Westfalen: Kunden klagen gegen Sparkasse Gelsenkirchen

Nach dem Einbruch in der Sparkasse Gelsenkirchen sind Details aus einem Gutachten bekannt geworden: Danach hätte der Einbruch höchstwahrscheinlich scheitern müssen, wenn übliche Standards eingehalten worden wären. Der Anwalt der Einbruchsopfer stützt sich darauf.
Vor sechs Wochen war der Aufbruch von über 3000 Schließfächern in der Sparkasse Gelsenkirchen entdeckt worden. Täter bohren ein Loch in den Tresorraum und erbeuteten einen dreistelligen Millionenbetrag. Ein Anwalt hat erste Klagen gegen die Sparkasse eingereicht und wirft ihr "grobe Fahrlässigkeit" vor.
Anwalt Daniel Kuhlmann kommt zu dieser Einschätzung nachdem ihm ein 60-seitiges Gutachten vorliegt. Das hat er bei einem renommierten Sachverständigen in Sachen Bankensicherheit in Auftrag gegeben. Laut Gutachten scheint fraglich, was die Sparkasse Gelsenkirchen immer wieder versichert: Die Sicherheit des Tresorraums sei auf dem "anerkannten Stand der Technik" gewesen.
Es gibt branchenübliche Standards für die Sicherheit von Bankenn
Auch wenn die Sicherheit von Banken nicht gesetzlich geregelt ist - es gibt branchenübliche Standards. An diese Normen - so der Gutachter – halte sich die überwiegende Mehrheit der Geldinstitute. Richtlinien des Verbandes der Versicherer und Verbandes der Elektrotechnik sehen detaillierte Analysen und Maßnahmen in verschiedenen Bereichen vor.
Baulich ist zum Beispiel die Dicke der Wände des Tresorraums wichtig, durch die elektronischen Sicherung muss bei einem Durchbruch durch eine Tresorraum-Wand Alarm ausgelöst werden. Im Alarmfall muss organisatorisch geregelt sein, wie der Einsatz von Polizei und Wachdienst läuft und wer dann personell wo genau Zutritt hat.
Sparkasse Gelsenkirchen: Anlagen vor zwei Jahren erneuert
Die Sparkasse Gelsenkirchen äußerte gegenüber dem WDR, dass die Einbruch- und Brandmeldeanlagen der Filialen vor zwei Jahren erneuert worden seien. Einen Einbruch in einen Tresorraum mit einem Bohrer hatte es zuletzt vor drei Jahren bei der Sparkasse in Strausberg, Märkisch-Oderland gegeben.
Inzwischen hat Anwalt Daniel Kuhlmann drei Klagen von Schließfachbesitzern dem Landgericht Essen übermittelt. Neben dem Gutachten, das er selbst in Auftrag gegeben hat, stützt er sich auf eine vom OLG Hamburg bestellte Studie, das der Hamburger Sparkasse nach einem Einbruch in die Filiale Norderstedt (2021) schwere Sicherheitsmängel vorwirft.
Auch hier waren die Täter mit einem Bohrer in den Tresorraum eingedrungen. Das Verfahren hatte die Sparkasse verloren. Das Berufungsverfahren läuft.
Hohe Summen im Schließfach
Unter den Personen, die klagen, ist eine Rentnerin. Die Frau habe eine Eigentumswohnung verkauft und die Summe von rund 400.000 Euro in bar in ihrem Fach aufbewahrt. Den hohen Betrag könne die Frau auch nachweisen. Ein weiterer Kläger habe vor allem Gold im Wert von rund 50.000 Euro in seinem Schließfach aufbewahrt. Auch dafür gebe es Nachweise.
Der dritte Kläger ist Daniel Oryan, Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens: "Bei mir im Schließfach lagen Werte, die natürlich die Versicherungssumme überschritten haben. Und da geht es natürlich auch drum, da möglichst schnell, so viel wie möglich von dem Schaden zurückzubekommen", sagt er. Die Schließfach-Versicherung deckt nur den Verlust von bis zu 10.300 Euro ab.
Anwalt Daniel Kuhlmann will erreichen, dass die drei Verfahren als Musterklagen behandelt werden. Dazu sei er mit der Sparkasse Gelsenkirchen im Austausch. "Wenn die Musterklagen positiv ausgehen, werden alle unserer anderen Mandanten davon profitieren", so der Anwalt. Lasse sich die Sparkasse nicht darauf ein, würden zu einem späteren Zeitpunkt weitere Klagen eingereicht. Der Anwalt habe die Mandate von mehreren hundert Geschädigten.
Sparkasse weist Sicherheitsmängel zurück
Auch im Gelsenkirchener Fall gebe es laut Auskunft des Anwalts schwere Sicherheitsmängel, so habe unter anderem ein spezieller Schutz in der Wand zum Tersorraum gefehlt, den die Täter Ende Dezember aufgebohrt hatten. Die Sparkasse Gelsenkirchen wies zuletzt Kritik an der Sicherheitstechnik in der Bank zurück, die Filiale sei nach dem anerkannten Stand der Technik gesichert gewesen.
Dreistellige Millionensumme als Beute?
Bei dem Einbruch überwanden die Täter Ende Dezember mehrere Sicherheitssysteme und erbeuteten nach Schätzungen eine dreistellige Millionensumme. Wie den Einbrechern das gelang ohne den Einbruchalarm auszulösen, gilt als zentrale Frage der Ermittlungen.
Bislang keine Spur von Tätern
Noch gibt es keine heiße Spur auf die Täter. Die Ermittler haben bereits 1200 Schließfachbesitzer vernommen, außerdem wurden 130 Mitarbeiter der Sparkasse, eingesetzte Polizei- und Feuerwehrkräfte sowie Hausbewohner befragt.
Die Spurensicherung im Tresorraum mit rund 500.000 Gegenständen, die die Täter im Tresorraum zurückgelassen haben, wurden 50.000 erfasst. Darunter persönliche Papiere, Schmuck, Uhren oder auch Gold. Parallel dazu gehen die Beamten rund 600 Hinweisen nach, die mittlerweile eingegangen sind.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter
- Anwalt Daniel Kuhlmann
- Sparkasse Gelsenkirchen
- Polizei Gelsenkirchen
Rheinland-Pfalz: Gewürgt und zugestochen: Prozess wegen versuchten Mordes in Trier hat begonnen

Ein Mann soll im Mai 2025 seine Ex-Freundin gewürgt und auf sie eingestochen haben. Sie musste notoperiert werden. Der Mann steht seit Dienstag wegen versuchten Mordes vor Gericht.
Eine Frau hat sich von ihrem Freund getrennt, lebt aber noch mit ihm in der gemeinsamen Wohnung in der Trierer Saarstraße. Eine Woche später, an einem Maiabend 2025, geht der Mann in das Zimmer seiner Ex-Freundin. Sie packt gerade ihre Tasche, um woanders zu übernachten.
Da greift er sie plötzlich und unvermittelt an. So soll sich die Tat laut Staatsanwaltschaft Trier abgespielt haben. Der Staatsanwalt hat beim Prozessauftakt am Dienstag am Trierer Landgericht die Anklage verlesen.
Angeklagter verdeckt sein Gesicht auch vor der Richterin
Demnach soll der zur Tatzeit 43-Jährige sein 26-jähriges Opfer bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. Anschließend habe er der Frau mit einem Messer oder einem ähnlichen Gegenstand zahlreiche Schnittverletzungen an Bauch und Hals und eine Stichverletzung zugefügt.
Als er die Wohnung anschließend verließ, muss er davon ausgegangen sein, dass die Frau tot ist oder bald sterben wird - da ist sich die Staatsanwaltschaft sicher.
Der Angeklagte hat beim Prozessauftakt eine Kapuze getragen und durchgehend seine Hände oder ein Blatt Papier vor das Gesicht gehalten. Auch, als Journalisten längst keine Fotos mehr machen durften. Auch, als die Richterin seine Personalien abfragte. Auch, als er wieder abgeführt wurde. So, als wollte er von niemandem im Gerichtssaal erkannt werden.
Anklage wegen versuchten Mordes
Die Staatsanwaltschaft wertet die unvermittelt ausgeführte Tat, die sie dem Mann vorwirft, als heimtückisch. Deshalb hat sie ihn wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung angeklagt.
Denn die Frau überlebte, erlitt aber ein Lungenödem und musste notoperiert werden. Ein Freund hatte sich Sorgen gemacht und die Polizei alarmiert. Laut Anklage hörten die Beamten, die ankamen, die Hilfeschreie der Frau. Für die Erste Hilfe, die die Polizisten leisteten und die der Frau das Leben gerettet habe, wurden sie kürzlich vom Polizeipräsidium Trier ausgezeichnet.
Festnahme in den Niederlanden
Nach der Tat war der heute Angeklagte in die Niederlande geflohen. Dort wurde er Anfang Juni 2025 aufgrund eines Europäischen Haftbefehls des Amtsgerichts Trier festgenommen und Ende August 2025 nach Deutschland ausgeliefert. Er ist vorbestraft und sitzt in Untersuchungshaft.
Mehrere Verhandlungstage angesetzt
Im Prozess sind weitere Verhandlungstermine angesetzt. Noch hat der Verteidiger offen gelassen, ob sein Mandant sich an einem der Tage zur Sache einlassen wird. Beim nächsten Mal sollen die geschädigte Frau, die auch Nebenklägerin ist, und ihre Eltern aussagen. Ein Urteil könnte am 25. März fallen.
Saarland: Wechselt Elversberg-Vorstand Strauß zum FCK?

Fußball Zweitligist SV Elversberg droht der Abgang eines wichtigen Vorstandmitglieds. Medienberichten zufolge soll Marc Strauß ab Sommer bei Liga-Konkurrent Kaiserslautern Geschäftsführer werden. Strauß bestätigt das bisher nicht.
Aktuell ist Marc Strauß bei der SV Elversberg „Vorstand Verwaltung und Vereinsentwicklung“. Doch das könnte sich bald ändern.
Medienberichten zufolge soll Strauß beim 1. FC Kaiserlautern ab Sommer einer der Geschäftsführer werden.
Keine Bestätigung aus Elversberg
Strauß teilte dem SR mit, er wolle die Gerüchte zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren.
Die SV Elversberg teilte auf Anfrage des SR mit, man äußere sich nicht zu Gerüchten. Ein Sprecher des FCK sagte auf SR-Anfrage ebenfalls, man könne sich zu dem Thema nicht äußern. Für Personalentscheidungen dieser Art sei der Beirat der FCK-Management GmbH zuständig.
Strauß ist seit elf Jahren bei der SVE
Der 41-Jährige war in den vergangenen elf Jahren maßgeblich an der Entwicklung der SVE beteiligt. Vor Kurzem war Strauß in die Kommission „Finanzen“ der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gewählt worden.
Sachsen: DDR-Denkmal Robotron-Kantine in Dresden soll Kunst- und Kulturzentrum werden

Der Gewinnerentwurf eines Architekturwettbewerbs steht fest: Die Robotron-Kantine soll ein offenes und flexibel nutzbares Kunst- und Kulturzentrum werden. Nach langer Diskussion ist der Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes damit einen entscheidenden Schritt weiter.
- Die ehemalige Robotron-Kantine soll nach einem Architekturwettbewerb zu einem Kunst- und Kulturzentrum umgebaut werden.
- Der Gewinnerentwurf sieht vor, die bisherige Nutzung für Ausstellungen und andere Kulturveranstaltungen zu optimieren.
- Insgesamt stehen sechs Millionen Euro für Sanierung und Umbau zur Verfügung.
Der Gewinnerentwurf für den Umbau der früheren Kantine des Robotron-Kombinats in Dresden steht fest. Wie die Stadt Dresden am Montag mitteilte, soll das denkmalgeschützte Gebäude aus den 1970er-Jahren zu einem offenen und flexibel nutzbaren Kunst- und Kulturzentrum umgebaut werden.
Für den Umbau hatte die Stadt einen Realisierungswettbewerb ausgeschrieben. Die Jury entschied sich für einen Entwurf des Dresdner Architekturbüros Knerer und Lang.
Das Preisgericht lobte "die flexible Raumkonstellationen im Grundriss" und, dass der Entwurf, "das Prinzip der Wieder- und Weiterverwendung ernst nimmt und dabei Lust zum Mitmachen weckt."
Hervorragender Ort für Kultur
Zwischen Altstadt und Großem Garten gelegen, sei die Robotron-Kantine als Ort für Kultur hervorragend geeignet, sagte Preisträger Thomas Knerer bei MDR KULTUR. Knerer sagte, die ehemalige Kantine sei dafür in der jüngsten Vergangenheit schon sehr vielfältig genutzt worden, beispielsweise durch Ausstellungen bei der Ostrale und das Kunsthaus Dresden oder zwischenzeitlich als Diskothek.
"Die flexible Nutzung, die sich bisher da schon ergeben hat, soll im Grunde fortgesetzt, nur besser qualifiziert werden", so Knerer. Dafür sollen die drei großen Räume der Robotron-Kantine, bestehend aus den zwei ehemaligen Speisesälen und der ehemaligen Küche als Verbindungssaal, besser für Ausstellungen und Vorträge ausgestattet werden.
Knappes Budget für Sanierung
Überzeugend war laut Jury bei dem Gewinnernetwurf auch die Berücksichtigung des Budgets. Für den Umbau stehen insgesamt circa sechs Millionen Euro zur Verfügung. Sie setzen sich zusammen aus Geldern des Bundesprogramms "Förderung von Investitionen in nationale Projekte des Städtebaus 2024" in Höhe von vier Millionen Euro, einer privaten Spende der Familie Arnhold in Höhe von 1,5 Millionen Euro und 612.000 Euro Eigenmitteln der Stadt Dresden.
Architekt Thomas Knerer erklärte bei MDR KULTUR, das Budget sei sehr knapp, daher stehe Sanierung und Reparatur im Fordergrund, "und der eigentliche Umbau, der müsste dann in einer späteren Etappe stattfinden."
Das Gebäude sei momentan zwar in einem schlechten Zustand, gab Knerer im Interview zu, sei innen aber zum Teil erhalten, es gebe dort beispielsweise Wandreliefs und große Teile der originalen Ausstattung. Die Reparatur müsse nun sehr schnell passieren.
In einem ersten Schritt beginnt die Dachsanierung im Sommer 2026. Auf Grundlage des Gewinnerentwurfs soll der Bau im zweiten Halbjahr 2027 fortgesetzt werden. Thomas Knerer betont: "Für uns war wichtig, dass das Gebäude auch in diesen Zwischenetappen immer nutzbar bleibt, sodass die Funktion als multifunktionaler Raum die ganze Zeit erhalten bleibt."
Robotron-Kantine: Denkmal der DDR-Moderne
Robotron war der größte Computerhersteller der DDR. Der Pavillonbau für die Kantine gilt als Denkmal der DDR-Moderne, er bot in zwei Speisesälen rund 800 Menschen Platz.
Die ehemalige Betriebskantine des Kombinats ist nach Schließung des Werks unter anderem von der Semperoper als Probensaal genutzt geworden. Lange Zeit wurde um die weitere Nutzung und besonders die Finanzierung gestritten.
Weitere Informationen
Ausstellung der Entwürfe des Architekturwettbewerbs
Dienstag, 10. Februar bis Freitag, 20. Februar 2026
Montag bis Freitag, jeweils 9 bis 18 Uhr
Agora des Stadtforums
Waisenhausstraße 14
01069 Dresden.
Sachsen-Anhalt: Falsche Abrechnungen über Jahre? Prozess gegen Pflegedienstleiterin startet

Über Jahre soll eine Pflegedienstleiterin aus Bad Dürrenberg Krankenkassen mit fingierten Abrechnungen geschädigt haben. Der mutmaßliche Schaden liegt bei rund 100.000 Euro. Seit Montag verhandelt das Landgericht Halle den Fall.
Über Jahre soll eine Pflegedienstchefin bei Krankenkassen falsche Leistungen abgerechnet und sich so bereichert haben. Die Anklage schätzt den Schaden auf rund 100.000 Euro. Ab Montag versucht das Landgericht Halle, den Fall aufzuklären.
Anklage: Unterschriften von Versicherten gefälscht
Die Staatsanwaltschaft wirft der 65-Jährigen aus Bad Dürrenberg (Saalekreis) vor, in 76 Fällen betrogen zu haben. Über mehr als vier Jahre soll die Frau immer wieder Leistungen eingereicht haben, die es jedoch gar nicht gab. Dafür fälschte die Angeklagte auch die Unterschriften der Versicherten.
Bis zu zehn Jahre Haft möglich
Bislang hat die Frau zu den Vorwürfen geschwiegen. Im Falle einer Verurteilung drohen ihr bis zu zehn Jahre Gefängnis.
Thüringen: Leuchtenburg bekommt bald einzigartiges Kunstwerk

Am Berg der Leuchtenburg im Osten Thüringens wird fleißig gebaut. Bis zum Sommer soll dort ein Aufzug entstehen, der einen bequemen und barrierefreien Zugang zur Burg ermöglicht. Doch nicht nur das: Die Stiftung Leuchtenburg hat außerdem ein besonderes Kunstwerk in Auftrag gegeben, um Besucher schon am Aufzug auf die Schau zur Porzellangeschichte einzustimmen.
- In Reichenbach tüfteln der Künstler Alim Pasht-Han und die dortige Porzellanmanufaktur gemeinsam an einer Wandinstallation.
- Das Kunstwerk ist inspiriert vom Erdreich unter der Leuchtenburg und erinnert an schlummernde Schätze im Boden.
- Mit dem Abschluss der Bauarbeiten im Sommer soll an der Burg ein neues Kaptiel starten.
Ein riesiger Wandteppich soll es einmal werden – 13 mal zweieinhalb Meter groß – mit eingearbeiteten Porzellangebilden. Die Kombination Porzellan und Wolle klingt vielleicht verrückt, ist aber machbar, sind die befreundeten Künstler Alim Pasht-Han und Murat Haschu überzeugt. Beide stammen aus dem Nordkaukasus, leben und arbeiten auch in Deutschland. Alim Pasht-Han beschäftigt sich schon seit 20 Jahren mit dem Werkstoff Porzellan.
Porzellankunst aus Thüringen brach bereits Weltrekorde
Für das Projekt arbeitet er mit der Porzellanmanufaktur Reichenbach zusammen – ein experimentierfreudiger Partner, mit dem Alim Pasht-Han in der Vergangenheit schon die weltgrößte Porzellanvase ertüftelt hatte. Acht Meter hoch, zusammengesetzt aus 360 kunstvoll bemalten Porzellanwaben, ist sie seit 2015 in der Porzellanwelten-Schau auf der Leuchtenburg zu bewundern.
Nun arbeitet er wieder in Reichenbach, wo die phantasievollen Porzellangebilde für die Wandinstallation entstehen. Die schneide er aus einer Porzellanplatte, erklärt der Künstler, ganz ohne Entwurf: "Das mache ich alles roh."
Berg der Leuchtenburg inspirierte Kunstwerke
Während in Reichenbach die etwa 30 zerbrechlichen Teile des Teppichs entstehen, arbeitet Murat Haschu in seinem Atelier in Halle an der textilen Oberfläche. Er nutze die sogenannte Tuftingtechnik, um die farbigen Wollgarne auf ein gespanntes Trägermaterial zu bringen. Das sehe zwar aus wie handgeknüpft, erklärt er, allerdings sei die Arbeit mit der Tuftingpistole deutlich schneller: "Das ist ein bisschen wie Malerei mit Wolle. Da hat man viel mehr Freiheit, finde ich."
Inspiriert hat die Künstler ein geologischer Schnitt am Berg der Leuchtenburg, der die sonst verborgenen farbigen Schichten aus Buntsandstein und Muschelkalk sichtbar macht. Genau die wollen sie mit ihrer riesigen Wandinstallation nachempfinden, wobei die Porzellangebilde in der farbigen Teppichfläche wie im Berg schlummernde Schätze wirken.
Neues Kapitel der Burggeschichte startet im Sommer
Voraussichtlich im Juni wird der großformatige Wandteppich in der Talstation installiert. Bis dahin haben die Künstler noch gut zu tun. Und auch die Arbeiten am Burgberg gehen voran.
Die Kabine des neuen Aufzugs steht schon auf dem Gleis. Aktuell dürften aber noch keine Personen mitfahren, erklärt Kaiser bei MDR KULTUR, weil erst noch die technische Abnahme erfolgen müsse. "Das ist ja für uns auch ein ganz neues Kapitel in der Burggeschichte." Die Gäste können dann planmäßig ab Sommer das neue Wandbild bestaunen und den Aufzug nutzen.
Weitere Informationen zur Leuchtenburg
Öffnungszeiten:
April bis Oktober: 9:00 bis 18:00 Uhr
November bis März: 10:00 bis 17:00 Uhr
Ticketpreise:
Erwachsene: 16,50€
Ermäßigt: 12,50€
Senioren: 15,50€
Hamburg: Schülerzahl in Hamburg steigt weiter - aber langsamer

Seit 1980 hat es nicht mehr so viele Schülerinnen und Schüler in Hamburg gegeben: Mehr als 220.000 Kinder und Jugendliche besuchen derzeit Hamburgs staatliche und private Schulen. Das berichtete die Hamburger Schulbehörde am Dienstag in ihrer Bilanz für das laufende Schuljahr.
Die hohen Schülerzahlen bleiben eine große Herausforderung. "Auch wenn Hamburg inzwischen 21 neue Schulen gegründet und viele bestehende erweitert hat", sagte Schulsenatorin Ksenija Bekeris (SPD) bei der Vorlage der Schuljahresstatistik 2025/2026 im Rathaus. Zwar seien die Einschulungen der Erstklässlerinnen und Erstklässler an den Grundschulen leicht zurückgegangen, im Vergleich zu vor zehn Jahren benötige man aber immer noch 120 Eingangsklassen mehr. "Die Jahrgänge, die wir einschulen, sind immer noch größer als die, die wir entlassen", sagte Bekeris.
Ab 2029 soll die Zahl der Schüler wieder sinken
Dennoch lässt der jährliche Zuwachs nach. Die Zunahme sei mit knapp einem Prozent so gering ausgefallen wie seit zehn Jahren nicht mehr, sagte Bekeris. Die aktuelle Prognose der Kultusministerkonferenz (KMK) sage für Hamburg ab 2029 dann ein leichtes Absinken der Zahlen voraus. An den Grundschulen gehen die Zahlen bereits leicht zurück. Höhepunkt war 2023, als 19.521 Mädchen und Jungen eingeschult worden sind. Im vergangenen Jahr sank die Zahl auf 18.739. Für das kommende Jahr sind etwa 17.000 Kinder an Hamburgs staatlichen Grundschulen angemeldet worden.
Sieben weitere Schulen in Planung
Das Hamburger Schulsystem umfasst aktuell 385 staatliche Schulen - mit drei Neugründungen im laufenden Schuljahr. "Für die nächsten Jahre sind noch sieben weitere Schulen konkret geplant", sagte Bekeris. 83 Hamburger Schulen sind im laufenden Schuljahr in privater Trägerschaft. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die eine private Schulbank drücken, sei in den vergangenen Jahren um mehr als ein Fünftel gesunken, sagte die Senatorin. Im aktuellen Schuljahr liege er bei 8,2 Prozent.
Ganztagsbetreuung an Grundschulen stark nachgefragt
Einen neuen Rekord gibt es auch beim Ganztagsangebot. Im laufenden Schuljahr nahmen 91 Prozent der Mädchen und Jungen an den Grundschulen daran teil. Das sei ein großer Vertrauensbeweis der Eltern in die Schulen, sagte Bekeris. Die Ganztagsbetreuung biete den Kindern die Chance auf ein breites Angebot am Nachmittag - etwa im Sportbereich oder bei der Sprachförderung. Und den Eltern die Möglichkeit, Beruf und Familie zu verbinden. Damit werde zudem die gesellschaftliche Teilhabe unterstützt, sagte die Senatorin.
Mecklenburg-Vorpommern: Nordlicht Rostock-Lichtenhagen: Erste Überlegungen für Nutzung

Das Gebäude ist verkauft und soll künftig umgebaut werden. Der Investor hat erste Entwürfe vorgelegt.
Das Gebäude "Nordlicht" in Rostock Lichtenhagen ist verkauft und soll künftig umgebaut werden. Der Investor hat erste Entwürfe für zwei Mehrfamilienhäuser vorgelegt, teilt das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Mobilität mit. Geplant ist außerdem ein eingeschossiger Funktionsbau, etwa für eine Aula oder eine Mensa. Eine andere Variante sieht auch ein Hochhaus vor. Verbindliche Absprachen zwischen Stadt und Investor gibt es bisher nicht. Der Investor "MUHSAL Immobilien" äußerte sich nicht zu konkreten Plänen, sagt jedoch, dass die Bedeutung des Nordlichts erhalten werden soll. Die Stadt prüft auch öffentliche Nutzungen und den Umgang mit denkmalgeschützten Gebäudeteilen. Dazu zählt ein Saal im Obergeschoss sowie ein Wandbild von Felix Büttner und Inge Jastram. Ob und wie gebaut wird, ist derzeit noch offen – die Gespräche laufen.
Niedersachsen: VW überrascht mit sechs Milliarden Euro - Betriebsrat will Aufklärung

Überraschung bei VW: Auf wundersame Weise tauchen sechs Milliarden auf, die die Bilanz des Konzerns verbessern. Eigentlich eine gute Nachricht, doch nun gibt es aus zwei Gründen Zoff bei dem Autobauer.
Niemand im Konzern hat offenbar den unverhofften Geldsegen kommen sehen. Auch der VW-Betriebsrat weiß nach Informationen des NDR Niedersachsen nicht, woher die Milliarden eigentlich genau kommen. Und das, obwohl der Betriebsrat auch im Aufsichtsrat - dem Kontrollgremium von VW - sitzt. Der hat jedoch seit einer ersten Ad-hoc-Meldung von Volkswagen am 21. Januar nicht getagt. Ein Sprecher des VW-Gesamtbetriebsrats teilte schriftlich mit, man teile die Kritik an der bisherigen Informationspolitik des Konzerns zu den sechs Milliarden Euro. "Es wird noch diese Woche in Wolfsburg ein Spitzengespräch geben, bei dem die Arbeitnehmerseite ihre Positionen unmissverständlich deutlich machen wird", heißt es weiter.
Betriebsrat ist verärgert über mögliches Boni-Plus
Was den Betriebsrat außerdem verärgert: Die sechs Milliarden Euro würden zwar nicht eins zu eins an die Vorstände oder Aktionärinnen und Aktionäre gehen. Jedoch seien sie ein Faktor von mehreren, wenn es darum geht, Boni und Dividende zu berechnen. Ein weiterer wichtiger Faktor für diese Berechnungen ist die Gewinnmarge, auch Nachhaltigkeitsziele spielen eine Rolle. Es ist daher sehr fraglich, ob die Boni für die Vorstände wirklich steigen, denn im Tarifkompromiss von Ende 2024 wurde vereinbart, dass die Boni in diesem Jahr für die Vorstände um elf Prozent und für das Management um acht Prozent gesenkt werden sollen. Darauf verweist auch eine interne Nachricht an die Belegschaft, die dem NDR Niedersachsen vorliegt.
VW erklärt sechs Milliarden mit "intensiver Kostenarbeit"
In einem jüngst erschienenen internen Interview erklärt VW-Finanzvorstand Arno Antlitz den Beschäftigten die überraschenden sechs Milliarden Euro so: "Die zuletzt berichtete Verbesserung beim Netto-Cashflow ist das Resultat intensiver Kostenarbeit in den Bereichen der Vorleistungen - also bei Entwicklung und Investitionen - sowie bei dem Management unserer Lagerbestände. Diese Kostenarbeit wurde Ende Juli noch einmal intensiviert, nachdem die neue Zollpolitik in den USA feststand, die zu Mehrbelastungen von circa fünf Milliarden Euro führte." Analysten führen die sechs Milliarden auf "kreative Buchführung" zurück. Wie weit sich dies als substanziell erweist, sei unklar.
Schleswig-Holstein: Ungewöhnliches Hobby: Schneeskulpturen in Flensburg

Schneeskulpturen schmücken die westliche Höhe in Flensburg. Der Syrer Hazza Hamso hat sie gebaut.
In diesem Winter schmücken die Schneeskulpturen von Hazza Hamsho die westliche Höhe in Flensburg. Der 58-Jährige baute die ersten Skulpturen als kleiner Junge in seiner Heimat in den syrischen Bergen. Als er 2015 nach Deutschland kam, führte er diese Tradition fort. Voraussetzung für seine Kunst sind gut formbarer Pappschnee und ausreichend Zeit - denn er arbeitet fast jeden Tag in seinem Barbershop und unterrichtet nebenbei Studierende in Arabisch an der Europa-Universität Flensburg.
Skulpturen als Hobby
Die Skulpturen entstehen aus seiner Vorstellungskraft. Ganz spontan kämen ihm die Ideen, dann lege er los, erzählt er. Drei Stunden brauchte er für das letzte Projekt: Eine Frau, die einen Hund streichelt. Ein Zeichen für die wertvolle Verbindung zwischen Mensch und Tier, erklärt er.

